Stellungnahme der battlegroup for art zur Gemeinderatssitzung der Landeshauptstadt Innsbruck am 26.3.2026
© Dino Bossnini

Innsbruck, am 26.3.2026
Stellungnahme der battlegroup for art zur Gemeinderatssitzung der Landeshauptstadt Innsbruck am Donnerstag, dem 26.3.2026

Punkt 4.h. Rennweg 4, Grundstück 597/5, KG Innsbruck - Vermietung Pavillon, Zustimmung zu einem Mietangebot (Vorberatung durch Stadtsenat am 25.3.2026)

Die Diskussion der einzelnen Gemeinderät*innen rund um die Zustimmung zum Mietangebot des Gastronomen Rank für den Kubus am Kulturquartier verdeutlichte einmal mehr, dass trotz großem Einsatz des Vereins für projektbasierte Öffentlichkeitsarbeit (Reich für die Insel) dieser zu keinem Zeitpunkt von der Stadt Innsbruck und seinen Vertreter*innen ernst genommen wurde. Wie aus den Wortmeldungen hervorgeht, spiegelt sich dies sowohl im gesamten Vergabeprozess als auch in der Kommunikation und im Umgang mit den beiden Betreiber*innen des Vereins wider.

Die während der Sitzung geäußerten Dankesbekundungen für die Aufwertung der ehemaligen Gastronomiebrache durch den Verein – unter anderem durch Vizebürgermeister und Kulturstadtrat Georg Willi – wirken vor diesem Hintergrund beinahe wie Hohn. Anstelle der aus heutiger Sicht widersprüchlichen Stellungnahmen und Social-Media-Bekundungen der Koalitionsparteien wäre es dem Verein gegenüber fair und transparent gewesen, von Beginn an klar zu kommunizieren, dass keine Mischnutzung, sondern eine ausschließlich kommerzielle gastronomische Nutzung gewünscht ist.

Kultur braucht Raum! Noch viel mehr: Kultur braucht adäquaten Raum, eine funktionierende Infrastruktur und keine “Überbleibsel”, für die sich keine anderweitige kommerzielle Nutzung anbietet. Die Stadt hat im Fall des Artspace Reich für die Insel nie ernsthaft versucht, eine Lösung zu finden – weder im Kubus am Standort Rennweg noch an einem anderen Ort in der Stadt. Selbst angekündigte und öffentlich kommunizierte Alternativen wie beispielsweise im PEMA 2 haben sich als Scheinlösungen herausgestellt.

Des Weiteren stimmt die Erzählung, dass der Verein sein Konzept für Reich für die Insel zurückgezogen hat, so wie es bei der Sitzung von den Regierungsparteien dargestellt wurde, nicht. Vielmehr hat der Verein aufgezeigt, dass die vorgegebenen Rahmenbedingungen von einem Kulturort nicht getragen werden können. Der gesellschaftliche und kulturelle Mehrwert und die von Kultur generierte Wertschöpfung wurden bei der Vergabe nie ernsthaft berücksichtigt.

Anlehnend an die von Stadtrat Mag. Markus Stoll beschriebenen monatlichen Belastungen von EUR 9.200,- netto (ohne Investitionskosten) fragen wir uns: Wie kann gewährleistet werden, dass zukünftig nicht am Kubus eine Wirtschaftsförderung oder Mietreduktion stattfindet, die dem Kulturverein verwehrt wurde? Der Spielraum, den die Stadt als Eigentümerin an diesem Standort im Kulturquartier gehabt hätte, wurde nicht genutzt. Man hat sich für die rein kommerzielle Nutzung entschieden.

Vizebürgermeister und Kulturstadtrat Georg Willi argumentierte in der heutigen Gemeinderatssitzung mit den im Kulturbericht dargestellten großen Errungenschaften der Stadt Innsbruck. Wir, als die battlegroup for art, möchten allerdings neben den tatsächlichen Errungenschaften, wie die Junge Talstation, darauf hinweisen, dass die BALE, Reich für die Insel und stadt_potenziale aufgegeben und gestrichen wurden. Zudem wurde das Kulturbudget insgesamt gekürzt.

Unterzeichnet von den Mitgliedern der battlegroup for art (Netzwerk der in Innsbruck tätigen Interessenvertretungen, Plattformen und Zusammenschlüssen aus dem Bereich zeitgenössischer Kunst und Kultur).

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